Das 25. Forstfestturnier im Tischtennis - der Start in die Forstfestwoche 2007
Neben vielen Festivitäten in der Stadt Kamenz, wie den Lessing-Tagen oder der Rhododendronblüte auf dem Hutberg, hat sich das Forstfest in den vergangenen 61 Jahren nach Kriegsende nicht nur für die Kamenzer zu einem der Höhepunkte des Jahres entwickelt. Das Forstfest zieht mit seinen Festumzügen und dem Rummel jedes Jahr Menschen aus der ganzen Region, ja sogar Deutschland an. Dabei ist das Forstfest weit mehr als ein Stadtfest. Es wird schon immer von Traditionen begleitet, die dem Kamenzer Forstfest seinen Glanz und seine Individualität verleihen. Diese Traditionen wurden in den vergangen Jahrzehnten stets durch die Heimatverbundenheit und das Engagement seiner Bürger bereichert. Den Umfang, den das Forstfest bis zur Gegenwart mit seinen individuellen großen und kleinen Highlights eingenommen hat, verdankt es den Initiativen der Stadt selbst sowie den vielen Vereinen, Betrieben und Privatpersonen, die mit ihren Beiträgen dem Forstfest seinen Stellenwert verleihen.
Einer dieser Beiträge ist das Forstfestturnier um den Wanderpokal der Stadt Kamenz im Tischtennis am Forstsonnabend, das dieses Jahr seinen 25. Geburtstag feiert.
Die Entstehung des Turniers
Es war Bürgermeister Karl Barthel, der 1983 im Namen der Stadt Kamenz nach Initiatoren suchte, die das Forstfest mit Veranstaltungen bereichern und attraktiver gestalten sollten. Rainer Gottschalk, der damalige Sektionsleiter Tischtennis der BTSG Einheit Kamenz nahm sich dieser Aufforderung an und setzte sich mit der Frage auseinander, welchen Beitrag sein Verein leisten konnte. Die Idee eines Turniers, anlässlich des Forstfestes, fand schnell Begeisterung und Personen, die bei der Umsetzung mithalfen. Die Einladungen für die folgenden Turniere wurden über Herrn Wauer, den damaligen Vorsitzenden der BTSG Einheit Kamenz herausgegeben. Werner Richter, eines der bedeutendsten Mitglieder des Vereins, übernahm die sportliche Organisation und die Turnierleitung. So startete das erste Forstfestturnier mit acht Mannschaften aus den damaligen Bezirken Dresden und Cottbus. Die Teilnehmer waren Aktivist Schwarze Pumpe, Post Dippoldiswalde, Motor Bannewitz, Traktor Gersdorf, Traktor Großnaundorf, SG Wiesa, BTSG Einheit Kamenz I. und II. Mannschaft. Bereits zum ersten Turnier, sowie die zwei folgenden, konnte der gastgebende Verein, die BTSG Einheit Kamenz, als Sieger hervorgehen.
Die gute Atmosphäre und die Möglichkeit der Standortbestimmung vor dem neuen Punktspieljahr, sprachen sich schnell herum. So wuchsen in den folgenden Jahren die Teilnahmeanfragen anderer Vereine. Waren es 1988 bereits neun Mannschaften, so kämpften 1994 zehn und 1997 elf Mannschaften um die Trophäe der Stadt Kamenz. Seit dem Jahr 2000 folgen inzwischen sechzehn Mannschaften jedes Jahr der Einladung in die Lessingstadt.
Eine besondere Ehrung und Annerkennung der Arbeit des Vereines erfuhr dieses Turnier 1988, als es offizieller Bestandteil des Kamenzer Forstfest wurde und in den Programmablauf aufgenommen wurde.
Die Geschichte zweier Partnerschaften
1991 wurde die Bekanntheit des Forstfestturniers über die Sächsischen Landesgrenzen hinaus getragen. Mit den Debüts des SV Stierstadt in Hessen und des Team Regenbogenhaus Straubing aus Bayern gewann das Forstfestturnier wesentlich an Bedeutung. Beide Vereine waren nach der deutschen Einheit auf der Suche nach Partnervereinen in den neuen Bundesländern. Dafür inserierten sie ihr Anliegen in einer Tischtenniszeitschrift. Herr Werner Richter trat mit beiden Vereinen in Verbindung und bereits 1991 wurden sie für das Forstfestturnier eingeladen.
Die Partnerschaft zum SV Stierstadt hält bis heute an. Regelmäßig finden gegenseitige Besuche, auch abseits des Forstfestturniers statt, wobei vor allem auch die jungen Spieler beider Vereine beteiligt sind.
Das Team Regenbogenhaus Straubing musste 1995 seine Teilnahme aufgrund der Überschneidung mit einem eigenen Volksfest leider absagen.
Dem Forstfestturnier 1997 war ein besonderes Ereignis vorangegangen. Der Kamenzer Tischtennisverein löste sich in diesem Jahr von der TSV Einheit Kamenz und gründete einen eigenständigen und gemeinnützigen Verein, den TTV 97 Kamenz e. V., zu dessen erster Vorsitzender wurde Dirk Mocker gewählt wurde. Seit 1999 begleitete Peter Gottschalk das Amt des Vereinsvorsitzenden und setzte sich damit auch für den Fortbestand dieses traditionellen Turniers ein.
1998 wurde das Turnier um den Pokal der Stadt Kamenz um eine weitere Mannschaft aus den alten Bundesländern bereichert. Der SC 64 Groß-Stöckheim bei Wolfenbüttel in Niedersachsen wurde erstmalig eingeladen. Wolfenbüttel ist ebenfalls eine Lessing- und Partnerstadt der Stadt Kamenz. Anlässlich dieser kulturellen Verbundenheit der beiden Städte fragte die Stadt Kamenz den jungen TTV 97 Kamenz, ob die Möglichkeit besteht, einen Tischtennisverein der traditionsverbundenen Partnerstadt einzuladen. Bereits zu ihrem zweiten Auftritt 1999 räumten die drei Spieler des SC 64 Groß-Stöckheim ordentlich ab und gewannen das 17. Forstfestturnier vor dem TTC 69 Pulsnitz.
Großes Tischtennis und Hochwasserhilfe beim 20- jährigen Jubiläum
Das Forstfestturnier 2002 wurde von einer Sonnen- und einer Schattenseite begleitet. Auf der Sonnenseite beging das Turnier seinen 20. Geburtstag. Darüber hinaus machte sich der Tischtennisverein zum Turniergeburtstag selbst das schönste Geschenk. In einem Starterfeld von zwölf Mannschaften setze sich das junge Team des TTV 97 Kamenz, bestehend aus Dr. Frank Kramer, Manuel Scholze, Jan Freudenberg und Markus Burig durch und schenkte dem Turnierjubiläum einen Überraschungssieg.
Auf der Schattenseite konnten viele der eingeladenen Vereine auf Grund des Hochwassers leider nicht teilnehmen. Betroffen waren unter anderen der SV Bannewitz, der Post SV Dippoldiswalde sowie die Sportvereine aus Rosswein und Döbeln. Den Mannschaften aus Stierstadt und Groß-Stöckheim gelang die Teilnahme, weil sie bereits einen Tag zuvor angereist und die Elbbrücken zu diesem Zeitpunkt noch passierbar waren. Dank der schnellen Zusage anderer Vereine konnte das Turnier trotz aller Umstände durchgeführt werden.
Besondere Anteilnahme am Hochwassergeschehen wurde durch eine Spendenliste gezeigt, die zahlreiche Personen und Mannschaften unterstützten. Bis zum Turnierabend wurden 160 Euro gespendet, die den Hochwassergeschädigten zu Gute kam.

Foto: Foto-Steinborn
Das Forstfestturnier heute
Bis zur Gegenwart konnte das Forstfestturnier in seinem Umfang und Bedeutung wachsen und gegenwärtig nehmen 55 bis 65 Spieler jedes Jahr an diesem Ereignis teil. Immer wieder fragen Vereine bezüglich einer Teilnahme an dem Traditionsturnier nach. Doch unglücklicherweise lassen die räumlichen Kapazitäten eine weitere Vergrößerung des Turniers im Augenblick nicht zu.
Die Gründe für das rege Interesse an dem Turnier sind sehr verschieden. Für die einen, insbesondere für die jungen Spieler ist das Turnier eine gute Vorbereitung auf die beginnende Saison und daher von Ehrgeiz und Herausforderung geprägt. Für die anderen ist das Zusammentreffen der großen „Tischtennisfamilie“ ein Höhepunkt des Jahres. Zu diesem Personenkreis zählen bekannte Spieler wie die Sportfreunde Hammermüller (SV Bannewitz), Scholz, Großmann (Post SV Dippoldiswalde), Friedel (Döbelner SV), Hoefling (TV Stierstadt), um nur einige zu nennen, die schon seit Jahren oder Jahrzehnten immer wieder gern nach Kamenz kommen.

Foto: privat
Selbst nach Abschluss des Turniers löst sich die Traube der Teilnehmer nicht sofort auf, sondern genießt es, in gemütlicher Runde, bei Bratwurst und Bier, ein Schwätzchen zu halten.
Letztendlich lädt dieses gemütliche Ausklingen am Turnierabend gleich noch dazu ein, einen kurzen Abstecher in den Forst zu machen und sich bei der Bierprobe ins gesellige Getümmel zu stürzen.

Fotos: privat
Engagement und Unterstützung
Dass das Turnier jedoch Jahr für Jahr gelingt, verdankt es den vielen kleinen sowie großen Helfern. So gilt es die Tischtennistische in die Turnhalle der Grundschule „Am Forst“ zu transportieren und aufzubauen, um damit Wettkampfbedingungen und –athmosphäre zu schaffen. Bei der Organisation und Umsetzung, beispielsweise der Betreuung und Verpflegung der Gäste, sorgen die Angehörigen der Vereinsmitglieder für einen angenehmen Ablauf des Turniers. Nachbarvereine wie die SG Lückersdorf-Gelenau, der ESV Lok Kamenz und Viktoria Räckelwitz unterstützten den TTV 97 Kamenz in den vergangenen Jahren, in dem sie ihre Tische zur Verfügung stellten. Dies ein Beispiel dafür, dass trotz aller sportlichen Rivalität die Vereine in freundschaftlicher und kameradschaftlicher Weise miteinander umgehen, schließlich ist das der Sinn des Freizeitsportes. Auf dieser Basis wird der Breitensport mit Leben erfüllt.
Der TTV 97 Kamenz möchte sich daher bei allen Helfern in den vergangenen Jahren herzlich bedanken.
Das Jubiläumswochenende – ein Ausblick
Für den 25. Geburtstag des Forstfestturniers hat sich der Verein besondere Veranstaltungen und Attraktionen vorgenommen, denn an diesem Wochenende soll der weiße Ball aus Celluloid ganz im Mittelpunkt stehen. Am Freitag, vor dem traditionellen Turnier, findet bereits ein Volkssportturnier statt, dabei kann sich jeder an diesem schönen Sport ausprobieren. Am Samstag eröffnet wie in den letzten Jahren der Bürgermeister der Stadt Kamenz Herr Roland Dantz im Beisein von Frau Landrätin Kockert das Turnier. Eine besondere Aufwertung erfährt dieses Jubiläumsturnier durch die Anwesenheit von Vertretern des Kreissportbundes und des Kreisfachverbandes Tischtennis. Nach dem offiziellen Start dürfen dann die Aktiven in zwei separaten Turnieren um die Trophäen kämpfen. In einem Turnier wird traditionell um den Wanderpokal der Stadt Kamenz gespielt. In dem zweiten Turnier spielen alle Vereine, die das Forstfestturnier bereits ein- oder mehrmals gewonnen haben um einen Sonderpokal.
Markus Burig
(Diese Informationen sind auch im Forstfestheft 2007 enthalten.)

Siegerehrung 2006 Foto: privat
Ehrentafel der Pokalgewinner
1983 |
BTSG Einheit Kamenz |
1984 |
BTSG Einheit Kamenz |
1985 |
BTSG Einheit Kamenz |
1986 |
Post Dippoldiswalde |
1987 |
Motor Bannewitz |
1988 |
Aufbau Hoyerswerda |
1989 |
Aufbau Hoyerswerda |
1990 |
SV Bannewitz |
1991 |
SG Großnaundorf |
1992 |
SG Großnaundorf |
1993 |
SG Lückersdorf – Gelenau |
1994 |
SG Lückersdorf – Gelenau |
1995 |
TSV Einheit Kamenz |
1996 |
Post SV Dippoldiswalde |
1997 |
SG Lückersdorf – Gelenau |
1998 |
TTC Pulsnitz 69 |
1999 |
SC 64 Groß – Stöckheim |
2000 |
SG Lückersdorf-Gelenau |
2001 |
TTC Pulsnitz 69 |
2002 |
TTV 97 Kamenz |
2003 |
SV Bischheim – Häslich |
2004 |
TTC Pulsnitz 69 |
2005 |
SV 1923 Lommatzsch |
2006 |
SV 1923 Lommatzsch |
| 2007 |
SV Bannewitz (Turnier der Pokalsieger) und
SV Burkau (Standard-Turnier) |
| 2008 |
TV Stierstadt 1891 |
| 2009 |
Trachenberge / Radeburg |
| 2010 |
TTC Pulsnitz 69 |
| 2011 |
TTC Pulsnitz 69 |